Das Esszimmer von Insa (38) aka @The Salonette wirkt immer ein wenig so, als sei es in goldenes Licht getaucht. „Das Licht, die Farben und das alte Eichenparkett liebe ich hier besonders“, schwärmt die gebürtige Hamburgerin von ihrer 95 qm großen Altbauwohnung in Münchens gemütlichem Stadtteil Haidhausen. Hier lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern (6 und 3) auf dreieinhalb Zimmern. Noch. Denn in diesen Tagen werden die Umzugskisten gepackt.
Ein Gespräch über die Liebe zur Kunst, den anstehenden Umzug und über ein Möbelstück, an dessen Inhalt sich das ganze Leben der Familie rekonstruieren lässt. Hereinspaziert!

Liebe Insa, was machst du beruflich?
Ich bin Architektin, Mutter und Bloggerin. Vor den Kindern haben wir zehn Jahre in der Schweiz gelebt. Dort habe ich einige Jahre in großen Architekturbüros und in der Immobilienentwicklung gearbeitet. Seit 2016 schreibe ich auf meinem Blog The Salonette Stories über meine Inspirationen und Entdeckungen rund ums Familienleben in der Großstadt. Im nächsten Jahr plane ich einige neue Projekte, mit denen ich mich auch wieder vermehrt in den Bereich Architektur und Gestaltung begebe.

Verrätst du uns schon Genaueres?
Ich darf neben der Umgestaltung unseres neuen Hauses im nächsten Jahr noch einige private (innen-)architektonische Projekte betreuen. Außerdem möchte ich dabei auch vermehrt Einrichtungs- und Farbberatung anbieten, da ich immer wieder danach gefragt werde. Das mache ich richtig gerne! Ein anderes Projekt, das ich nun schon länger vorbereite, ist eine kleine Kollektion von Interieuraccessoires, die ich im nächsten Frühjahr herausbringe. Ich hoffe sehr, dass es so klappt, wie ich es mir vorstelle ...
„Ich liebe es zu mixen: Alt und Neu, Antikes mit IKEA, Designklassiker mit chinesischem Porzellan.“


Was bedeutet es dir, nach Hause zu kommen?
Mein Zuhause ist für mich im Moment Wohnort und Arbeitsplatz in einem. Deshalb komme ich selten mit diesem schönen „Feierabend-und-Füße-hoch-Gefühl” nach Hause.
Am Wochenende und am Nachmittag ist unser Zuhause dann noch viel mehr: Bastelwerkstatt, Experimentierküche und Rockstarbühne meines Sohnes. Ich liebe diese Vielschichtigkeit und die Multifunktionen in unserem kleinen Reich!


Welche Rolle spielt Kunst bei der Gestaltung deines Zuhauses?
Unser Zuhause ist ständig im Wandel, aber es gibt einige sehr persönliche Konstanten: Wir haben viel Kunst – gekaufte, geerbte, ersteigerte und auch eigene –, die ein wichtiger Teil in unserem Zuhause ist.


Insa liebt ihre Esszimmerstühle mit Wiener Geflecht, da sie so zeitlos wirken, dass sie zum Biedermeier genauso wie zu Mid-Century passen.
Welche Kunst sammelt ihr?
Wir haben direkt nach dem Studium mit dem ersten selbst verdienten Geld gerne Kunst gekauft – vieles in Galerien in Zürich, aber auch online auf eBay. Wir haben in der Wohnung vor allem Druckgrafik und Zeichnungen von zeitgenössischen Künstlern wie zum Beispiel Sol LeWitt, David Rabinowitch, Tony Cragg oder auch Kunst von meinem Schwiegervater Alfred Lachauer. Daneben gibt es auch die eine oder andere eigene Zeichnung – diese Spannung macht es für uns aus.
„Bei uns herrscht ganz schön viel Chaos! Für ein Foto muss ich jedes Mal mindestens einen blauen IKEA-Sack voll Wäsche, vier Paar Schuhe und etliche Papierstapel zur Seite schieben.“
Welche weiteren Konstanten finden sich neben der Kunst in eurem Zuhause?
Auch die übrigen Einrichtungsgegenstände haben meist eine kleine Geschichte: unser Esstisch, für den wir damals extra nach Karlsruhe zur original Eiermann-Werkstatt gefahren sind. Oder unser Biedermeier-Sekretär, der uns in jedes Zuhause begleiten darf und inzwischen so viele unserer kleinen und großen Schätze beherbergt. Ich liebe es zu mixen: Alt und Neu, Antikes mit IKEA, Designklassiker mit chinesischem Porzellan. Ich würde mich auf keine bestimmte Epoche oder keinen bestimmten Stil festlegen wollen. Das Wichtigste ist mir dabei: echter Stil, kein Kitsch! Kein Vintage-Style, Landhaus- oder Barockstil!


Der Biedermeier-Sekretär ist Insas Lieblingsmöbelstück: „An dessen Inhalt – vom Reisepass über Fotos und das heimliche Zigarettenfach – lässt sich wahrscheinlich unser ganzes Leben recht gut rekonstruieren. Eine echte Schatzkammer.“ Am Sekretär hat sie schon selbst Hand angelegt und ihn sehr vorsichtig saniert. Große Teile des Zahnfries mussten erneuert werden.
Wie würdest du deinen Wohnstil in drei Worten beschreiben?
Lässig elegant, kontrollierter Stilmix und viele, viele Bücher!
Bei dir vergeht kein Tag ohne:
Vorlesen! Nach dem Auszug aus dem Familienbett haben wir für beide Kinder zusammen ein breites Geschwisterbett gebaut. Dort lege ich mich jeden Abend in die Mitte und lese ihnen zum Einschlafen etwas vor – der gemütlichste Teil des Tages!


Auch Insas Mann ist Architekt. Deshalb basteln und gestalten beide sehr gerne. Das Geschwisterbett ist eine eigene Kreation aus zwei Kinderbetten. In ihrem Blog erzählt Insa mehr über das Doppelbett für Geschwister.
Drei Dinge, die wir noch nicht über dich wissen:
1. Bei uns herrscht ganz schön viel Chaos! Für ein Foto muss ich jedes Mal mindestens einen blauen IKEA-Sack voll Wäsche, vier Paar Schuhe und etliche Papierstapel zur Seite schieben.
2. Ich laufe zu Hause am liebsten barfuß herum und trage sogar bis in den späten Herbst hinein möglichst keine Strümpfe in den Schuhen.
3. Bevor ich große Möbel herumrücke, mache ich zuerst eine Photoshop-Collage oder baue mir ein 1:1-Modell aus Pappe.


Neben dem Einrichten liebt Insa es, Partys auszurichten. Ob im ganz kleinen Kreis oder in größeren Runden: Die Planung, die Vorbereitung und die Gastgeberrolle selbst mag sie sehr. Deshalb hat sie auch einen „Salon“ eingeführt, bei dem sie regelmäßig andere Blogger zum gemeinsamen Kochen, Basteln, Diskutieren und Netzwerken einlädt.
Was würdest du uns kochen, wenn wir dich besuchen kommen?
Als Allererstes gäbe es einen guten Drink! Vielleicht einen Munich Mule, denn den wünschen sich immer alle unsere Gäste bei uns. Danach würde ich mit meinem Mann zusammen etwas Türkisches vorbereiten. Meine Schwiegermutter ist in Istanbul geboren und wir sind inzwischen Spezialisten für Börek oder verschiedene Mezze.
Gibt es etwas, das du als deine Interior-Sünde bezeichnen würdest?
So richtig große Sünden gab es bisher noch nicht, aber ich habe zeitweise einen echten Kissentick! Dabei bin ich gar nicht so ein „plüschiger“ Typ, aber an Kissen kann ich schwer vorbeigehen. Und anstatt nur Wechselbezüge zu kaufen, greife ich am liebsten zum Komplettpaket mit Füllung und habe deshalb ein riesiges Volumen im Keller gelagert, teilweise in großen Plastiksäcken.

Insas größter Glückskauf sind ein Paar Biedermeier-Kinderstühle, die sie für 20 € auf eBay gefunden hat. Diese, so viele Bilder wie möglich und ihr antikes Silberservice, das ihr ihre Eltern zum Diplom geschenkt haben, würde sie bei einem Brand retten.
Seit wann sind eigentlich die Wände in eurer Wohnung grau gestrichen?
Erst vor etwa eineinhalb Jahren haben wir uns dazu durchgerungen, noch mal neu zu streichen – und jeden Tag freuen wir uns so darüber! Für zwei Räume haben wir „Purbeck Stone“ und für den Flur das dunkle Grau „Moles Breath“ (beides Farrow & Ball) gewählt. Was Farbe bewirken kann!


Die Wände in unterschiedlichen Grautönen in Esszimmer und Flur
Und jetzt zieht ihr um …
Ja, wir ziehen nun nach sechs Jahren aus unserer Wohnung aus. Als wir einzogen, kamen wir gerade aus Zürich – mit viel weniger Möbeln und nur einem Säugling auf dem Arm. Inzwischen hat sich nicht nur die Zahl der Kinder, sondern auch die Menge unserer Dinge verdoppelt. Und obwohl man es auf meinen Bildern nicht immer sieht: Es platzt hier aus allen Nähten!
Was war dir bei der Wahl eures neuen Zuhauses wichtig?
Ein eigener Garten, auch wenn er klein ist. Zwei separate Kinderzimmer, damit beide Kinder mal ihre Ruhe haben können, wenn sie sie brauchen. Und ein Hauswirtschaftsraum, in dem das Thema Wäsche endlich aus den Wohnräumen ausgelagert werden kann. Ich gebe es zu: Darauf freue ich mich fast am meisten!
Ihr bleibt aber in München?
Ja, deshalb ist es auch keine riesige Villa geworden, sondern ein Häuschen aus den Fünfzigern. Kein Stuck, kein altes Parkett, aber ganz viel Potenzial – und für nächsten Sommer planen wir schon Gartenpartys à la Don Draper.
Gibt es ein Möbelstück, das für das neue Haus ganz oben auf deinem Interior-Wunschzettel steht?
Ein tolles Sofa! Im Moment haben wir keinen Platz dafür und haben es schon seit Längerem zugunsten eines größeren Kinderzimmers ausquartiert. Nun können wir bald nach einem schönen neuen Modell Ausschau halten.


Grelle Farben und bunte Muster findet man bei Insa kaum. „Unser Leben, unsere Bücher, das Spielzeug der Kinder … das ist alles so bunt, dass ich bei der Einrichtung eher bei neutralen Farben bleibe: Grau, Schwarz, Weiß und altes lackiertes Holz.“
Wohin reist du gerne?
Europa! Mit der Familie entdecken wir im Moment am liebsten unseren Kontinent: Griechenland, Italien, Frankreich, aber auch nahe liegende Ziele wie Österreich oder meine Heimat Norddeutschland und die raue Nordseeküste. Als Architekten sind wir natürlich auch begeisterte Städtereisende: Paris, Florenz, Venedig. Das trauen sich viele nicht mit kleinen Kindern, aber für uns funktioniert das besonders gut. Wen es interessiert: Meine Reiseberichte gibt es im Blog.

Zum Abschluss noch eine Frage: Gibt es für dich einen besonderen SoLebIch-Moment?
Natürlich! Diesen Sommer war ich beim SoLebIch-Apartment in München eingeladen. Ein wirklich inspirierender Tag mit vielen spannenden Begegnungen!
Liebe Insa, vielen Dank für das schöne und spannende Interview – wir freuen uns schon auf dein kommendes Zuhause!
Um kein Bild mehr zu verpassen, könnt ihr @The Salonette hier folgen.














