Cooles Küchenschrank-Upcycling: So leicht entsteht ein Trendstück von schereleimpapier

von Claudia H.

Dass es sich bei Luisas aka @schereleimpapier s neuem Sideboard um einen aufgewerteten Küchenschrank aus zweiter Hand handelt, möchte man fast nicht glauben. Die Berlinerin hat das simple Teil aus Kiefernholz bei einer Wohnungsauflösung erstanden und mit nur wenigen Hilfsmitteln zum stylishen Blickfang für jeden Raum umgebaut. Heute verrät sie uns, wie sie bei ihrem Upcycling-Projekt vorgegangen ist.

Luisas DIY lässt sich auch problemlos auf andere alte Möbelstücke anwenden. Wichtig dabei ist nur, dass sich sämtliche Teile wie Füße oder Fronten entfernen lassen, sodass nur der Korpus als stabiles Ausgangsstück für das neue Möbelstück übrig bleibt.

Das braucht ihr für das tolle Upcycling-Projekt

- Altes Möbelstück, das umgestaltet werden soll
- Kreidefarben
- Sprühfarbe
- Platte aus MDF oder Leimholz in den für das Möbelstück passenden Maßen
- dünne Holzleisten mit quadratischem Grundriss (im Beispiel mit 5 mm Durchmesser)
- Holzleim
- einfache Möbelfüße aus Metall
- Bandscharniere
- Schrauben

Hilfreiche Werkzeuge

- Geodreieck und Bleistift
- Cuttermesser und Schneidematte
- Farbrolle und Pinsel
- Malerkrepp
- Akkubohrschrauber

Alle für das DIY benötigten Materialien und Werkzeuge können im Baumarkt erstanden werden.

Und so geht’s

Schritt 1: Geometrisches Muster vorzeichnen

Aus der MDF-Platte wird die neue Front des Möbelstücks. Im ersten Schritt wird mithilfe von Geodreieck und Bleistift das spätere geometrische Muster auf der Platte vorgezeichnet. Dabei kann, um die Zeichnung zu erleichtern, die Platte zunächst in zwei Hälften und dann jede Hälfte in kleinere Abschnitte unterteilt werden.

Schritt 2: Holzleisten kürzen

Anschließend werden die Holzleisten auf die entsprechenden Längen gekürzt. Bei dünnen Holzleisten bietet sich hierfür ein Cuttermesser an, bei dickeren wird evtl. eine Handsäge benötigt.

Schritt 3: Leisten färben

Nun werden die Leisten mit der Kreidefarbe eingepinselt. Ein vorheriges Abschleifen ist nicht nötig, die Farbe kann direkt mit dem Pinsel aufgetragen werden.

Schritt 4: Schranktür lackieren

Anschließend wird, am besten mit einem Schaumroller, die MDF-Platte mit der Kreidefarbe lackiert. Eventuell sind hier zwei Farbanstriche nötig. Zwischen dem ersten und dem zweiten Anstrich sollte genügend Zeit liegen, damit die Farbe gut trocknen kann.

Tipp: Lackiert man zunächst nur eine Seite der MDF-Platte – nämlich die ohne die Bleistiftzeichnung –, kann die Zeichnung im Anschluss relativ leicht auf die lackierte Seite übertragen werden. Alternativ kann aber auch mit einem Transparentpapier oder Ähnlichem gearbeitet werden.

Schritt 5: Holzleisten befestigen

Sobald das Muster auf die Vorderseite der Front übertragen wurde, können die einzelnen Holzleisten mit (wenig!) Leim befestigt werden. Nachdem die Leisten angeklebt sind, kann auch der Rest der MDF-Platte, also auch die Rückseite mit der Bleistiftzeichnung, lackiert werden.

Schritt 6: Beine einsprühen

Nun fehlen noch die Beine des Möbelstücks. Hierfür eignen sich zum Beispiel simple weiße Metallfüße aus dem Baumarkt, die mit der gewünschten Farbe (hier zum Beispiel in Terrakotta) eingefärbt werden.

Schritt 7: Korpus lackieren

Während die Füße trocknen, ist der alte Korpus an der Reihe. Auch hier gilt wieder: Die Kreidefarbe darf direkt ohne Abschleifen aufgetragen werden. Das klappt mit der Schaumrolle ziemlich gut, für die Kanten empfiehlt sich ein Pinsel. Und nicht vergessen: Kanten zu Flächen, die nicht eingefärbt werden sollen, unbedingt vorher mit Malerkrepp abkleben!

Schritt 8: Beine montieren

Sind Beine sowie Korpus getrocknet, können die Beine montiert werden. Hierzu sollten zunächst die Positionen der Löcher auf dem Holz vormarkiert werden. Dann die Löcher anbohren und die Beine mit Holzschrauben befestigen.

Schritt 9: Scharnier anbringen

Nun fehlt noch der letzte Step: Die neue Tür muss angebracht werden. Wer sich auskennt und die notwendigen Werkzeuge zu Hause hat, setzt dies am besten mit Topfbandscharnieren um. Alternativ kann aber auch eine einfachere Variante gewählt werden, die sich bequem mit einem Akkuschrauber umsetzen lässt: die Montage über Bandscharniere, die innen an der Tür sowie außen am Korpus festgeschraubt werden.

Schritt 10: Scharnier kaschieren

Der Nachteil bei dieser einfacheren Befestigungsweise ist, dass das Scharnier sichtbar bleibt. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung: Bepinselt man das Metall mit der Kreidefarbe, also im gleichen Farbton wie Korpus und Tür, werden die Scharniere nahezu unsichtbar und fallen kaum noch ins Auge. Damit die Tür gut schließt, können zuletzt noch kleine Magnete innen an der Tür befestigt werden.

Fertig ist das schöne Upcycling-Schränkchen!

Abschließender Tipp:

Falls mit der Kreidefarbe ein Esstisch oder ein anderes Möbelstück gestaltet wird, auf dem Getränke abgestellt werden sollen, empfiehlt es sich, die Kreidefarbe nach dem Trocknen mit Möbelwachs zu polieren. Dadurch wird die Oberfläche versiegelt und vor Wasserflecken oder Schmutz geschützt.

Vom Küchenschrank zum schicken individuellen Sideboard mit geometrischer Front: Luisas DIY ist mehr als gelungen. „Was ich an Upcycling-Projekten so liebe“, verrät sie, „ist, dass am Ende ein ganz neues Interiorstück entsteht – und das ohne den Aufwand, den man hat, wenn man ein komplett neues Möbelstück bauen würde.“

Vielen Dank für dieses tolle DIY-Projekt, liebe Luisa!

Aufwerten statt wegschmeißen – so lautet Luisas (27) aka @schereleimpapier s Credo. Die Berlinerin hat sich schon während ihres Architekturstudiums in den Umgang mit verschiedenen Materialien und geometrischen Formen verliebt und teilt seither regelmäßig tolle DIY-Ideen und Upcycling-Tutorials in ihrem Blog. Hier findet ihr alle Wohnungsbilder von Luisa.

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