Uncle Sam ist calling again! Diesmal: Junges Wohndesign aus dem Big Apple
Hui, da konnte sich das Möbelstück wohl nicht entscheiden, was es werden will: Ein Regal oder eine Liege?! Ich will beides! - hat es sich wohl gedacht, und ist deswegen eine ergonomisch geformte Welle mit Regalfächern drunter geworden. Ob das bequem ist, weiß ich leider nicht, denn ich konnte noch nicht Probe liegen, aber ein paar Kissen würden diesem Designerstück sicher nicht schaden. Librilounge hat der junge Nachwuchsdesigner Todd Bracher seine neueste Schöpfung getauft und damit gleich den ID Award gewonnen.
Bracher wurde von der amerikanischen Tageszeitung New York Daily zu "America’s next Great Designer" gekürt. Bis dahin war es aber ein langer Weg: Studiert hat der heute 37 Jährige am Pratt Institute in New York um danach an der Gestaltung von Fernbedienungen, Gewürzregalen und Grillbesteck für große Firmen, die in Asien produzieren ließen, schier zu verzweifeln. Er trat die Flucht nach vorne an und konnte dank eines Fulbright Stipendiums ein Masterstudium in Kopenhagen antreten, wo seine Vorbilder Arne Jacobsen und Poul Kjaerholm gelebt hatten.
Nach seinem Abschluss zog er weiter nach Italien, um der jüngste Designer und erste Amerikaner überhaupt zu werden, der jemals etwas für Zanotta entworfen hat. Für den italienischen Hersteller hat er mittlerweile mehrere Produkte entworfen, u.a. das Sofa Freud (die perfekte Psychiater-Couch) und den Beistelltisch Tod (der nicht von ungefähr an Eero Saarinens Tulpenfuß erinnert). Weitere Stationen seiner Europa-Tour waren London, wo er als Senior Designer für Tom Dixon arbeitete, und Paris, wo er Teilzeit-Dozent war und endlich ein eigenes Studio gründete.
Wohndesign – Tops und Flops
Ein persönliches Highlight war für Bracher die Zusammenarbeit mit Fritz Hansen, aus der ein sehr schöner, schlichter Tisch namens T-No. 1 entstanden ist. Inspirieren lassen hat er sich damals von einem Fisch und ein bisschen auch von Charles Darwins Evolutionstheorie. Der Tisch sieht, so Bracher, so aus als könnte er gar nicht anders sein, als wäre er ein Ergebnis der Evolution. Als seinen schlechtesten Entwurf bezeichnet der Nachwuchsdesigner Zucca für Skitch. Obwohl der (1400€ teure) Pouf sehr beliebt und erfolgreich ist, ist Bracher nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Naja, Poufs sind vielleicht einfach nicht für Jedermann...
Seit 2007 ist Todd Bracher übrigens wieder in seiner Heimat Brooklyn ansässig. Wer neugierig geworden ist auf sein Design, kann sich auf seiner Website toddbracher.net umschauen – da gibt es einiges Interessantes zu entdecken.
Interessiert an mehr US-Design, dann schaut euch meinen Beitrag zum amerikanischen Wohndesign an.
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KOMMENTARE
hasselhoff ist wunderbar
! lg
Danke für die tolle Hintergrundinformation und liebe Grüsse,_frida_
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