Homestory: Zu Besuch bei "xxlenaxx"
Ein Umzug von einem großen Haus in eine kleinere Wohnung bringt immer einiges an Veränderungen mit sich. xxlenaxx (eigentlich Helene) und ihr Mann haben erstmal ordentlich entrümpelt, aber nach dem Umzug in den neuen vier Wänden wieder die gleiche heitere Atmosphäre einziehen lassen wie zuvor. Die 51-jährige Künstlerin, die auf ihrem Blog helenes-stilbruch viele Arbeiten und Ideen zeigt, erzählt uns im Interview, wie sie sich inspirieren lässt.
Wie würdest du selbst deinen Wohnstil beschreiben?
Ich habe sowohl Dinge vom Schweden, als auch Dinge, die es kein zweites Mal gibt. Dabei verfolge ich kein Dogma, keinen bestimmten Stil, sondern ich folge einfach nur meinem eigenen Empfinden. Wichtig ist mir, dass in der Wohnung gelebt wird, dass sie hell und positiv wirkt, denn meine unmittelbare Umgebung wirkt stark auf mich zurück. Mein Wohnstil ist oft ein Sowohl - Als auch.
Was bedeutet dir deine Wohnung und was ist dir bei deiner Einrichtung wichtig?
Meine Wohnung ist für mich der erweiterte Innenraum, sie ist Ausdruck meiner Persönlichkeit und meiner Lebenseinstellung. Die Einrichtung sollte unkompliziert sein. Dabei mag ich sowohl Dinge, die schon seit Generationen in der Familie sind, als auch Gegenstände, die kurzlebig sein können.
Hast du einen besonderen Lieblingsplatz in deiner Wohnung?
Ich verbringe viel Zeit im Arbeitszimmer an meinem Arbeitsplatz, an dem ich mich sehr wohl fühle. Besonders mag ich im Arbeits- und Gästezimmer die Tapete über dem Schlafsofa, wo mein Leseplatz ist. Im Sommer ist natürlich der Balkon absoluter Lieblingsplatz.
Hast du ein besonderes Lieblingsstück in deiner Wohnung?
Am wichtigsten in meiner Wohnung sind mir meine Bilder. Ich mag auch besonders die Tischdecke, die allesda und ich gemeinsam gestaltet haben. Allesda hat das Patchwork gemacht, ich habe die Tiere, die sie dann draufgenäht hat, auf Stoff gemalt.
Wo und wie lässt du dich inspirieren?
Ich lese regelmäßig Wohnzeitschriften, vor allem Living & More, aber auch Country Homes oder Landhaus. Auch Wohnbücher mag ich sehr. Das erste Wohnbuch, das ich gelesen habe, und das ich auch für eines der Besten halte, war Nordlicht. Ansonsten inspiriert mich solebich.de auch sehr. Alles was ich in der Wohnung mache, muss durch die Kritik meines Mannes. Erst wenn er sein ok gegeben hat, ist's auch wirklich ok. Er würde eine Wohnung ganz anders einrichten, als ich, aber ihm gefallen meine Ideen, und er fühlt sich wohl mit meinem Einrichtungsstil.
Wie ist deine Einrichtung entstanden?
Meine Einrichtung ist sowohl über Jahre hinweg entstanden, als auch durch Spontankäufe. Der rote Faden dabei ist, daß mir etwas gefällt. Es sind viele Details, die zunächst unsystematisch zusammenkamen, aber wenn man sie zusammen betrachtet, doch eine Linie erkennen lassen. Selbst wenn ich etwas anfange zu sammeln, wie die Keramikobjekte aus der Serie Rimini Blu von Aldo Londi, verfolge ich keinen Plan und nicht den Wunsch nach einer vollständigen Sammlung. Ich bleibe einige Zeit bei einem Thema und mache dann wieder etwas anderes. Dennoch fügen sich alle Einzelheiten harmonisch zusammen, weil sie gemeinsam haben, dass sie eine kreative Lebensfreude ausstrahlen.
Was bedeuten dir Farben und Muster?
Ich bin ein Fan von Rosa beziehungsweise Pink und Blau. Diese Farben findet man immer wieder in der Wohnung. Am liebsten setze ich Farben als starke Akzente vor einem weißen Hintergrund ein.
Hast du ein paar Tipps für Menschen, die gerne etwas an der Farbgestaltung ihrer Wohnung ändern möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?
In der Wohnung sollten Farben verwendet werden, mit denen sich der Bewohner einfach wohl fühlt, also Lieblingsfarben. Wobei auch Lieblingsfarben nicht raumfüllend eingesetzt werden sollten, da man sich dann davon erschlagen fühlen könnte. Erstmal eine Wand, oder eine halbe Wand streichen und schauen, wie das dann wirkt. Dazu dann Accessoires, die zum Farbschema passen. Ein Bruch in der Ton-in-Ton-Gestaltung, etwa durch das Einbeziehen eines Farbakzentes in einer Komplementärfarbe macht das Ganze lebendig.
Gibt es Dinge, die Freunde an deiner Wohnung besonders mögen und loben?
Freunde mögen die heitere, unbeschwerte Atmosphäre meiner Wohnung. Sie fühlen sich einfach wohl und können meist gar nicht genau sagen, woran das nun eigentlich liegt.
Hast du vielleicht auch einen konkreten Wohn-Tipp? Was sind deiner Meinung nach absolute NO-GOs beim Einrichten?
Ich achte immer darauf, dass etwas nicht zu „geschlossen“ wird. Also ältere Möbel mal durch ein modernes Designerstück ergänzen, ein Ton-in-Ton-Farbschema durch eine Komplementärfarbe durchbrechen. Es geht um Brüche, die den Betrachter überraschen, eine Prise Unberechenbarkeit.
Für mich wäre ein persönliches NO-GO Langeweile. Also eine Wohnung wie aus der Möbelausstellung, oder eine Wohnung die so aufgeräumt wirkt, dass man Angst hat, dort zu atmen.
Wie stehst du zu „Deko“?
Deko können bei mir sowohl hübsche Gebrauchsgegenstände sein, als auch Kunstobjekte. Was ich nicht mag, ist Nippes.
Gibt es Dinge in deiner Wohnung, die du selber gemacht hast?
Die Bilder in meiner Wohnung sind von mir, auch die kleinen Tapetenvögelchen über den Steckdosen.
Woher stammt deine Leidenschaft für Kunst?
Kunst hat mich schon als kleines Kind sehr berührt, und ich habe mir immer gewünscht, so etwas Schönes herstellen zu können. Diese Freude am fertigen Objekt ist für mich ein großer Motor. Inzwischen habe ich auch gelernt, Sackgassen und das Scheitern mit in die Bilder einzubeziehen. Man darf ruhig sehen, wo der Künstler „gekämpft“ hat, solche Stellen haben eine ganz starke Wirkung.
Welche Art von Kunst gefällt dir besonders gut?
Ich bin ein großer Fan von Art Brut, also der „Rohen Kunst“ von Menschen mit (geistigen) Behinderungen und auch von Kinderkunst. Diese Kunst ist so unmittelbar und unverbildet. Jean Dubuffet hat Art Brut populär gemacht und sie hat seitdem die zeitgenössische Kunst sehr beeinflusst.
Welche Bedeutung hat Kunst für deine Wohnung?
Kunst prägt ganz entscheidend die Atmosphäre meiner Wohnung, sie ist aber unaufdringlich, wie eine Hintergrundmelodie. Man würde sie vermissen, wenn sie fehlen würde.
Gab es bei dem Grundriss deiner Wohnung besondere Herausforderungen?
Wir sind von einem 144 qm großen Haus in diese ca. 100 qm große Wohnung gezogen. Die besondere Herausforderung bestand darin, einen fast 30 jährigen Haushalt zu entrümpeln und zu verkleinern. Ganz zufrieden bin ich noch nicht, es ist noch zu voll in der Wohnung, so dass ich denke, es werden noch einige Entrümplungsaktionen folgen.
Würdest du sagen, dass es Parallelen zwischen deiner Einrichtung und deiner Persönlichkeit gibt?
Ich mag keine Langeweile, ich bin ein eher lässiger Typ und habe meine Inspirationen aus der Hippiezeit. Die Werte, die damals für uns galten, sind für mich heute noch wichtig: Individualität, Kreativität, Buntes, Lebendigkeit, Nachhaltigkeit, öklologisches Gewissen, Harmonie, Love & Peace.
Zum Schluss hätten wir von dir gerne noch ein paar Einkaufstipps. Wo findest du schöne Möbel und nette Accessoires?
Ich schaue viel im Internet in verschiedenen Shops. Z.B. Nostalgie im Kinderzimmer, Car Möbel, Markanto, Das rote Paket, RaumFormPlan,...
Herzlichen Dank für das Interview.
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KOMMENTARE
hey du hippie
schönes interview. ich finde es genial mal alle deine schönen wohnbilder auf einmal anschauen zu können. mir würde es wie deinen gästen gehen... ich würd mich einfach nur total wohl bei dir fühlen!!!
schmatzer dani
Individualität, Kreativität, Buntes, Lebendigkeit, Harmonie, Love & Peace...genau das wollte ich doch auch gerade sagen
...richtig gemütlich ist's bei euch! lg
Sooo schön bunt bei dir. Ein Traum.
Ich fand das Interview sehr interessant! Es gibt bei dir viel schönes zu entdecken.
LG
Es sieht - wie Du auch schreibst - alles sehr entspannt aus in Deiner Wohnung und sehr einladend. Eine schöne Bildersammlung und besonders gefallen mir Deine neu bezogenen Sessel - sicherlich abgestimmt auf den Teppich!!! Liebe Grüsse,_frida_
Einfach ein tolles, buntes Wohlfühl-Zuhause!
Liebe Grüße!
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