Italienisches Design - zeitlos, klassisch, schön

goldmarie 27.06.2011 - 09:00 0 3.172 Text merken 

Nachdem der Norden bereits begutachtet wurde, reise ich heute in den Süden - nach Italien. In das Land der Eleganz und Ideen und des entspannten Lebensstil. Italienisches Design ist quasi der Klassiker im Bereich Wohndesign. Italienisches Design - das ist Formschönheit, das ist Stil, das ist irgendwie auch gekonntes Understatement. Keineswegs aufdringlich. Italien ist nach wie vor eine Design-Nation, die mit vielen Namen in die Geschichte eingegangen ist. Karin hat bereits mit dem Hersteller Kartell Einrichtungsideen aus Bella Italia unter die Lupe genommen, und auch Oliver hat dem Tausendsassa des Gegenwartsdesigns Philippe Starck einen eigenen Beitrag gewidmet.

Italienisches Design: Ein Land kommt in Fahrt

Aufgrund der später einsetzenden Industrialisierung und des Übergangs von der handwerklichen zur industriellen Produktion, gewann das Italienische Design erst Ende der 1940er Jahre an Bedeutung. Dann aber richtig! Bedeutend für diese Entwicklung war auch die Triennale in Mailand, mittlerweile eine der bedeutendesten Designausstellungen der Welt, die in einem dreijährigen Rhythmus stattfindet. Später in den 1960er Jahren setzten mit dem Wohlstand und dem Massenkonsum auch neue Technologien und Materialen ein - wie zum Beispiel Kunststoffe. Unternehmen wie Kartell profitierten von diesen Neuerungen - und so ist der beliebte Componibili heute nicht nur ein Designklassiker, sondern vor allem auch ein praktischer, flexibler und formschöner Vertreter des Italienischen Designs.

Italienisches Design: Experimente und Klassiker

Auch junges experimentierfreudiges Design kommt aus Italien: Mitte der 1970er Jahre war das sogenannte "Radical Design" präsent, initiiert durch die Gruppen Alchimia und Memphis. Unkonventionelle Objekte, das Spiel mit Oberfläche und Farbe, Multi- statt Monofunktionalität und Experimentalitität zeichneten die Produkte aus. Vielleicht erinnert ihr euch an das bunte Bücherregal mit den schrägstehenden Regalflächen von Ettore Sottsass? Eine prägende Konstruktion dieser Zeit. Und ein Anstoss für traditionelle Unternehmen mehr zu wagen: Firmen wie Artemide, Driade oder Zanotta beschäftigten zunehmend Memphis Designer.

In den 1990er Jahren wurde das Italienische Design jedoch wieder bescheidener. Viele Hersteller besannen sich zurück auf eine solide, elegante und seriöse Gestaltung. Die  Zusammenarbeit mit internationalen Designern wurde intensiviert und international ausgeweitet, wodurch sich viele der heutigen Objekte zwar kaum noch als typisch italienisch charakterisieren lassen, aber trotzdem oder gerade deshalb weltweit immmer noch eine "bella figura" machen.

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