Designgeschichte Teil 1: Vorspann und Mittelalter
Diese Zeitleiste zur Kunstgeschichte soll euch einen Überblick bieten über zwei eng verwandte Gebiete: erstens über die Epochen der Kunstgeschichte vor allem in Deutschland, zweitens über die Epochen der Möbelgeschichte und die Kennzeichen der jeweiligen Möbel
– wiederum mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum. Wir wollen euch einen Eindruck von der Kultur und Kunst der jeweiligen Zeit vermitteln und besonders die in Architektur und Einrichtung verwendeten Formensprachen, Materialien und Farben vorstellen. Außerdem gibt es Hintergrundinformationen zum kulturellen und/oder politischen Umfeld der Stile oder Epochen.
Wir beginnen die Zeitleiste mit dem Mittelalter, weil erst ab dieser Zeit genug Baudenkmäler und Möbel erhalten sind, um Genaueres sagen zu können. Möbel aus der Antike sind nur in Ausnahmefällen bis heute erhalten, die kulturellen Errungenschaften der Römer gingen in den Wirren der Völkerwanderung verloren, Gebäude und Einrichtungen wurden zerstört oder verfielen, Techniken der Möbelherstellung wurden verloren und entwickelten sich anderswo neu. Ab dem Mittelalter jedoch kann man von einer Kontinuität der Möbelentwicklung in Europa sprechen.
Die zeitlichen Angaben zu den einzelnen Perioden sind nur Hilfsmittel. Das Kommen und Gehen der Stile lässt sich nicht mit Jahreszahlen eingrenzen. Entwicklungen überlagern sich und folgen nicht so konsequent aufeinander, wie es in Zeitleisten erscheinen mag. Für Möbel gelten außerdem nicht die selben Epochengrenzen wie für Architektur oder Bildende Kunst.
Das Mittelalter (700 - 1530)
Das Mittelalter ist die Zeit zwischen Antike und Renaissance, das heißt grob gesagt vom 6. bis zum 15. Jahrhundert, wobei die Anfangs- und Enddaten je nach Land ziemlich differieren können. Im Mittelalter wird die politische und kulturelle Dominanz des griechisch-römisch geprägten Mittelmeerraums abgelöst durch eine neue, fast ganz Europa umfassende Welt christlicher Feudalstaaten. Grundzüge dieser Zeit sind zum einen eine Gesellschaft, die in Geistliche, Adlige und leibeigene Bauern unterteilt ist, und zum anderen eine gläubig-christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft. Besonders kennzeichnend sind in dieser Epoche die Idee der Einheit der christlichen Kirche sowie ein christliches Weltbild. Die Kirche hat einen immensen Einfluss auf alle Teile der Gesellschaft.
Langsam entstehen Städte und ein wohlhabendes städtisches Bürgertum
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters ist der Feudalismus. Erst ganz langsam entwickelt sich in den Städten durch Handel und Geldverkehr ein wohlhabendes Bürgertum, das schließlich im Spätmittelalter und in der Renaissance teilweise die Kirche und die Klöster als Auftraggeber von Künstlern ablöst. Bis dahin sind religiöse Motive für die Künste am wichtigsten: Architektur bedeutet vor allem Kirchenbau, Malerei ist hauptsächlich Buchbildmalerei biblischer Szenen, und die Skulptur konzentriert sich auf Kruzifixe und Schnitzereien von Gestalten aus der Bibel. Mit dem Aufstieg des Bürgertums wird die Kunst weltlicher und realistischer in der Darstellung von Menschen.
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KOMMENTARE
Vielen Dank für die geschichtliche Zusammenfassung!! Viele Grüsse,_frida_
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