Ich arbeite mich in meiner kleinen Kolumne von außen nach innen. Nach der grünen Premiere (wer meine Sehnsucht nach einem Garten noch einmal nachlesen möchte, den verweise ich charmant auf den Beitrag mit dem Titel Außer Haus! Thema: Gärtnern), widme ich mich nun im zweiten Durchgang dem Thema Ordnung - und, um es vorweg zu nehmen: Mit der Ordnung habe ich es nicht so.
Ist Ordnung das halbe Leben?
Nehmen wir mal den Schreibtisch, an dem ich den Großteil meiner Zeit verbringe: Die einzige Fläche, die hier frei ist, ist der Bildschirm an sich. Rechts stapeln sich Karten, Rechnungen und Papier, links türmen sich Post, Kataloge und andere "Wichtigkeiten" auf. Außerdem Stifte, das Kamerakabel und lauter vermeintlich unentbehrliche Utensilien - irgendwo dazwischen steht noch ein Fläschchen Nagellack. Es liegt ein Lolli dort und ein Häufchen Haarklammern. Unglaublich, dass die Tastatur überhaupt noch einen Platz findet. Aber ihr seht, das tut sie: Tippen funktioniert!
Das ist ja erstmal nicht schlimm. Doch statt in regelmäßigen Abständen das Chaos zu beseitigen, packe ich einfach noch mehr auf die Stapel drauf - bis der Berg mich erdrückt. So richtig erdrückt. So, dass vor lauter Unordnung kein Gedanke mehr seinen Weg in die Tasten findet. Weil da eben zuviel ist. Dann würde ich am liebsten mit einer schnellen Armbewegung alles vom Tisch fegen. Aber: Ich halte den Arm still.
Einfach mal die Tüten füllen!
Und dann weiß ich: Loslassen gilt auch für den Schreibtisch. Nicht die Unordnung verlagern, sondern sie Stück für Stück beseitigen. Denn Loslassen bedeutet auch wieder ein Stück Freiheit - und in meinem Fall: Platz für neue Dinge
Nein! Ich bin zugegeben eine absolute Sachensammlerin, aber so wie wir Luft zum Atmen brauchen, braucht sie auch die Wohnung oder das Haus. Und daran arbeite ich. Es gibt da ja dieses schöne Sprichwort: Aus den Augen, aus dem Sinn. Ist es wirklich so? Vermisse ich die Dinge wirklich, wenn sie nicht mehr da sind?
Am besten, einfach mal testen und die Tüten füllen. Oder den Kleiderschrank aussortieren. Was in den letzten 12 Monaten nicht getragen wurde, wird es auch in den kommenden zwölf sicherlich nicht. Zeitschriftenstapel minimieren, Kosmetika aussortieren, Kleinkram reduzieren. Trennung macht frei. Das Prinzip gilt übrigens auch für das Internet, finde ich. Wer gerne Blogs liest weiß, wie schnell sich da etwas sammelt. Klick, klick, klick - schon landet eine weitere Seite auf der Leseliste. Und am Ende verstopft die ganze Information - so schön sie auch sei - die Gedankengänge. Also, einfach mal rigoros ausmisten. Ich werde dann mal aufräumen.
Und während ich den Müllsack schnüre, erzählt ihr mir doch bitte: Wie geht es euch? Könnt ihr Dinge gut entsorgen? Habt ihr Tipps? In diesem Fall gilt dann auch: Bitte sammeln!
Weitere Beiträge zu "Lebensräume"
Von Nicole für euch ausgewählt
THEMEN ZUM BILD
KATEGORIEN
INFOBOX
- SoLebIch Award: Hier sind die bisher eingereichten Wohnzimmer-Fotos.
- Entdecken, Tauschen und Freuen auf dem virtuellen SoLebIch-Flohmarkt
- ARD-Fernsehbeitrag über SoLebIch im Ratgeber "Bauen&Wohnen" vom 5.2.2012
- Gefällt dir SoLebIch.de? Dann verlinke uns
























KOMMENTARE
Liebe Goldmarie, da sind wir uns sehr ähnlich! Bei mir bringt nur die Steuererklärung kurzfristig Licht in mein Schreibtisch-Gewühl. Voller Panik krame ich mich durch sämtliche Stapel und Ablagen, um ja keine Rechnung und Quittung zu übersehen. Dabei habe ich doch so ein praktisches Schuhkarton-Rechnungs-Sammelsystem!? Als kleinen Ordnungstip kann ich den Besteckständer "Magasin" vom Schweden empfehlen. Wir haben davon mehrere in einer Reihe auf dem Schreibtisch. Preiswert, sieht gut aus und es passt ne Menge Schreib-Schneide-Klebe-Utensil rein.
Ich verbringe berufsbedingt auch sehr viel Zeit am heimischen Schreibtisch. Allerdings brauche ich dafür Ordnung auf eben diesem. Liegen Bücher, Zettel oder sonstiger Kram herum, den ich nicht für die gerade zu erledigende Aufgabe brauche, werde ich wahnsinnig... Vor dem Arbeiten ist also erstmal aufräumen angesagt, vielleicht auch eine Art von Prokrastination??
liebe goldmarie,
da geht es mir genau so wie Dir !
Ich kann mich von Sachen sehr,sehr schwer trennen,mein Mann ist der Meinung, wenn etwas 1 Jahr nicht in Gebrauch war, ist es unnötig dieses zu behalten (zB.Klamotten) ich glaube, wo er recht hat, hat er recht
Ein Tipp von mir:
Einfach mal die Wohnung/Keller auf den Kopf stellen und die gefundenen Stücke schnell in einen Sack stecken und gut verschlossen in den Keller damit (damit man nicht mehr auf die Idee kommt ihn zu öffnen, nach dem Prinzip aus dem Auge aus dem Sinn)
Mit einer Freundin zusammen diese Gegenstände dann auf dem Flohmarkt verkaufen.
Wir hatten neulich einen rießen Spaß (von morgens um 4 Uhr bis 13 Uhr) und haben dabei noch 260,- eingenommen (das meiste davon war Kinderkleidung).
Und dann los in die Ikea zum Shoppen
Viel Spaß beim ausmisten.........
Liebe goldmarie,
das ist ein interessanter Beitrag. Ich arbeite auch viel zuhause und ich brauche definitv Ordnung. Chaos belastet mich und hemmt meine Kreativität. Andererseits schaffe ich es oft nicht, diese klare Linie konsequent durchzuziehen... insbesondere, da mein Mann und die Kids schlimme Sachen-Aufbewahrer und Chaos-Verbreiter sind.
Wir ziehen ja bald um und ich finde jedes Stück, von dem ich mich trenne, befreiend. Zum Thema "aus den Augen, aus dem Sinn" kann ich nur sagen, es stimmt. Ich vermisse nur ganz selten etwas, was ich weggegeben habe. Klar kommt es vor, dass ich irgendwann mal denke "Hatte ich da nicht noch irgendwo...?" und dann ein bisschen bedauere, dass es weg ist. Aber das ist dann das kleinere Übel gegenüber der Aussicht, immer mehr Sachen anzusammeln, die ich eigentlich nicht brauche und die ich dann oft als Ballast empfinde. Wie gesagt, so die Theorie... an der konsequenten Umsetzung arbeite ich (täglich).
Lg, ylvie
Oh ja, Ordnung brauche ich auch zum Arbeiten. Das ist leider auch eine meiner Spezial-Taktiken, um ungeliebte oder schwierige Arbeit aufzuschieben und mich davon abzulenken: ich räume erst einmal auf, dann räume ich noch um und dann backe ich einen Kuchen, um so richtig in Arbeitsstimmung zu kommen. Aber danach erledige ich die Arbeit und es ist richtig schön aufgeräumt und es gibt Kuchen. Was gibt es besseres?
danke für eure kommentare! das thema ordnung scheint ein sehr bewegendes zu sein - im wahrsten wortsinn. ich merke auch zunehmend, dass mich chaos "belastet" und die gedanken hemmt - nur leider fällt es mir so schwer, den aufgeräumten zustand konsequent durchzuhalten. wenn ich dann aufgeräumt habe, finde ich es wunderbar - nur leider hält die ordnung eben nie lange an
aber der jetzige zustand zeigt, das aufräumkommando sollte definitiv anrücken - los geht's! und dann backe ich einen kuchen
euch allen ein schönes wochenende!
Also, ich werde mit dem Alter, was das Thema Ordnung angeht, immer entspannter.....das ist gut so, denn früher war ich schrecklich ordentlich. Was das Thema `Putzen`angeht, bin ich nach wie vor schrecklich pedantisch...gerade in den Schränken muss es sauber sein....Liebe Grüsse,_frida_
Hallo _frida_ ,
bei mir ist es eher umgekehrt... je älter ich werde, desto größer ist die Sehnsucht nach Ordnung und Sauberkeit. Früher war mir beides ziemlich wurscht. Ich hab mal zufällig bei einer älteren Nachbarin geklingelt, die gerade die Fußleisten abgewischt hat und ich hab echt gedacht, die hat doch komplett einen an der Waffel. Fand ich mega-spießig. Heute achte ich auch auf sowas und fühl mich gar nicht mal besonders spießig
Hallo ylvie, jetzt muss ich doch glatt mal nach meinen Fussleisten schauen......Liebe Grüsse,_frida_
hallo goldiegoldmarie, das hast du schön geschrieben.



ich fühle mich auch ständig eingeengt , eingeengt durch meine eigene unordnung. und wenn ich dann mal aussortiert habe fühle ich mich befreit . mit den blogs, da sagst du was, meine liste ist viel zu lang und dadurch verpasse ich auch öfters gute beiträge
ich glaube die ordnung kommt mit den jahren. also ich habe mich in den letzten jahren wirklich gebessert
Bei uns auch immer wieder ein brennendes Thema...
Ich kann Unordnung überhaupt nicht ausstehen, das führt soweit, dass ich mich am Abend erst entspannen kann wenn alles auf- und weggeräumt ist.
Mir bleibt also nur die Hoffnung, dass ich (wie Frida) mit zunehmendem Alter gelassener werde!
Im Arbeitszimmer und Keller muss ich aber etwas Chaos akzeptieren, diesen Kompromiss musste ich zwangsläufig mit meinem Freund eingehen. lg an alle.
Bitte melde dich an um einen Kommentar schreiben zu können
Schon Mitglied? Hier einloggen