Ausser Haus! Thema: Umziehen
Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, ich ziehe nicht um - aber mir gefällt der Gedanke gerade ganz gut. Nicht weil ich so scharf bin auf die unzähligen Kartons, das Kistenschleppen, Aussortieren (ohje, ich denke mit Grauen an mein Kellerabteil!), den Dreck, den Staub und die Hektik, sondern vielmehr darauf, dass so ein Tapetenwechsel durchaus reinigend sein kann. Oder um es mal etwas weniger hochtrabend auszudrücken: Veränderung tut einfach gut!
Einfach mal was Neues?
Meine jetzige Wohnung und ich feieren dieses Jahr 9-Jähriges. Eine stattliche Zahl, die wir - auch wenn es noch kein runder Geburtstag ist - sicher mit einem Gläschen begießen werden. Und ja, ich muss sagen, obwohl ich meine Wohnung nach den Jahren unserer Beziehung immer noch sehr liebe, treibt mich die Sehnsucht treibt schon ein wenig in neue Wände.
Am Wochenende studiere ich mit Vergnügen die Immobilienanzeigen im Internet, drücke mir mit Vorliebe die Nase platt an den Fenstern der Maklerbüros und stelle mir ein jedes Mal vor, wie sie denn aussehen könnte - die neue. Was ich alles machen, stellen, ausprobieren könnte, wenn mir ein leeres Haus über den Weg läuft. Zeitschriften durchblättere ich mit blinkenden Neu-Zeichen in den Augen. "In meine neue Küche gehört dieser neue dicke Kühlschrank, dieses neue Sofa, dieser neue Schreibtisch und natürlich dieser furchtbar fußfreundliche neue Teppich." Überall wird es neu sein. Neu riecht irgendwie gut.
Hobby: Umziehen
Einfach so greife ich von Zeit zu Zeit zum Telefon und organsiere mir Wohnungsbesichtigungstermine - als wäre es mein neues! Hobby. Ich lasse mich durch- und entführen in das Wohngedankenkarussell. Richte mich im Kopf schon bilderbuchreif ein, reisse Tapeten nieder und baue Regale auf. Die Vorstellung, ich könnte ja, fühlt sich manchmal einfach nur gut an. Selbst im Urlaub ziehen mich die "Zu verkaufen!"-Schilder magisch an. Gibt es etwas Schöneres als in fremde Fenster zu spingsen und sich selbst zu sehen? Wie man auf dem Sofa sitzt, in der Küche steht und kocht oder die Treppen rauf- und runterflitzt. Wie macht sich wohl der eigene Name auf dem Klingelschild? Passt der da überhaupt hin?
Sagt mir, bin ich alleine mit diesen Gedanken? Oder geht es euch ähnlich? Ihr fahrt doch manchmal sicher auch ins Möbelhaus zum virtuellen Möbelrücken, oder?
Und die, die es wirklich tun, lasst auch ihr uns teilhaben an euren Erfahrungen. Denn vielleicht sind es genau die, die mich dazu veranlassen werden, ganz bald wirklich die Räume zu wechseln - oder eben doch nicht ...
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- SoLebIch Award: Hier sind die bisher eingereichten Wohnzimmer-Fotos.
- Entdecken, Tauschen und Freuen auf dem virtuellen SoLebIch-Flohmarkt
- ARD-Fernsehbeitrag über SoLebIch im Ratgeber "Bauen&Wohnen" vom 5.2.2012
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KOMMENTARE
Mit der Zeit habe ich den totalen Überblick über den regionalen Immobilienmarkt, erkenne sofort, wo ein Vermieter nur abzocken will - das sieht man an der etwas lieblosen Gestaltung der Bäder und der Küche, - oder wo der Vermieter korrekt ist.
Sehr selten ist unter den Wohnungen/Häusern mal eine dabei, wo ich sofort einziehen würde. Aber wir sind ja 2009 erst umgezogen und alles ist perfekt.
So eine Umzugsentrümplung und ein Neustart können in der Tat unglaublich befreiend sein. Aber man muss bereit sein, sich von Dingen und Lebensweisen zu trennen, die einmal richtig waren, aber heute nicht mehr passen. Bei uns war es der Abschied vom Wohnzimmerfamiliensofa.
Man muss bereit sein, eine Weile proviorisch zu wohnen, und Geduld haben, abzuwarten, bis sich die Ideen formen. Bei uns wird der Poäng-Sessel wieder zum Sohn zurückwandern, und ein weißer Stingray Schaukelstuhl kommen, so dass unsere altehrwürdigen, neugestalteten Sessel mit futuristischem Design in einen Kontext gesetzt werden. Solche Ideen brauchen einfach Zeit.
Die neue Umgebung kann sehr inspirierend sein, auch Neues auszuprobieren. In den "alten" 4 Wänden ist es schwieriger, zu neuen Ideen aufzubrechen.
LG, xxlenaxx
Umziehen ansich ist für mich der Albtraum schlechthin. Ich bin/war schon vorher nur von dem Gedanken erschlagen, was ich alles in die Hand nehmen und einpacken muß.
Wir sind auch 2009 in unser nagelneues Haus gezogen und haben eigentlich alle unsere Ideen und Wünsche darin verwirklicht.
Vorher hatten wir ein Gebrauchthaus, an dem wir regelmäßig etwas um- oder angebaut haben. So hat sich immer etwas verändert, das macht abgesehen vom Dreck und Aufwand, auch Spaß.
Ich weiß auch noch nicht, wie wir auf Dauer jetzt damit zurechtkommen, daß im Wesentlichen jetzt alles so bleibt.
Ich denke, wie xxlenaxx schreibt, der Auszug der Kinder wird einen "Aufbruch" mit sich bringen.
Irgendwie reizt ja auch immer der Gegensatz. Wir wohnen jetzt ländlich ruhig.
Bei jedem Ausflug nach Heidelberg (kennt ihr das?) denke ich:
Hier, in in dieser lebhaften, wunderbar alten und neuen, multikulti Stadt, eine zentrale Wohnung mit Blick auf den Neckar ...
Liebe Grüße
hallo ihr beiden, danke für eure schönen kommentare! ja, ich kenne das tino: ich wünsche mir auch manchmal den gegensatz her - das "richtige" stadtleben zum beispiel. ich wohne doch recht ländlich am rand. doch wenn ich dann im grünen bin, ist alles auch wieder irgendwie gut ...
mir gefällt auch der gedanke, den du formulierst helene - dass die dinge zeit brauchen, um sich zu formen. das ist ja mit vielem so im leben
aber bis ich mich wirklich trennen kann, schaue ich mich einfach noch ein bisschen um - und hier bei solebich ist es ja auch ein wenig wie in einer immobilienbörse
herzliche grüße an alle!
ach ja umziehen, ich hätte gern auch ne größere wohnung, aber mir macht die vorstellung alles was ich gesammelt habe sicher einzupacken regelrecht angst
und zudem werde ich nie wieder eine soo günstige wohnung wie meine finden, deswegen bleibe ich erstmal 
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