Einrichtungsplanung mit HelgaMicha
Helgamicha beschreibt anschaulich, wie sie die Einrichtung ihres umgebauten Gutshofs von Anfang an Geplant hat.
Ihr konntet die Einrichtung eurer Wohnung im Gutshof von Grund auf planen. Wie seid ihr dabei vorgegangen?
Da muss ich etwas ausholen: Im Sommer 2008 sind wir nicht nur hier eingezogen, mein jetziger Mann und ich sind auch zusammengezogen. Wir hatten zwei Ziele: die neuen Möbel sollten qualitativ hochwertig sein und sollten uns beiden gefallen.
In der Wohnung war ein offenes Küchen-Regalsystem von Cucina Düsseldorf, das wir von unseren Vormietern übernommen haben, uns allerdings nicht so gut gefiel. Wir haben dann bei unserer Küchenplanung das vorhandene Regal-System trotzdem berücksichtigt, es mit einer farblich neuen Arbeitsplatte aufgewertet und um einen kleinen Stehtisch, einer Bank, einen Kühlschrank und einen Küchenblock ergänzt. Der neue Küchenblock verdeckt die offenen Regale, so dass es vom Gesamtbild ruhiger wirkt. Befürchtungen hatte ich bei der Wahl der weißen Arbeitsfläche, weil sie mir sehr steril und kalt erschien. Heute bin ich aber sehr zufrieden damit. Insgesamt ist die Küche sehr harmonisch und modern geworden.
Im Wohnzimmer wollten wir eine große, tiefe und bequeme Couch haben. Ich mag Leder, mein Mann leider nicht, so dass wir uns letztendlich für einen grob gewebten Stoff entschieden haben. Die tiefe Sitzfläche war ein Muss, weil wir unbedingt wollten, dass wir auch nebeneinander liegen können. Ein paar Hundert Sofas haben wir uns auf der Suche im Internet und in Katalogen angesehen, in Möbelhäusern haben wir auf sehr vielen Sofas gesessen und waren von so manchen Designerstücken enttäuscht: die sahen gut aus, waren aber total unbequem! Nach langer Suche haben wir dann die richtige Couch - das Modell Elliot von Verzelloni - in der richtigen Farbe gefunden.
Den Tisch im Essbereich hatten wir schon vorher. Mein Mann hat ihn geplant und aus dunklem Holz bauen lassen. Das Tischgestell ist aus rohem gebürsteten Edelstahl. Die Stühle haben wir neu gekauft. Auch hier haben wir uns, parallel zum Sofakauf, viel Mühe gegeben und bestimmt tausend Stühle im Internet angeschaut und in gefühlten 395 Stühlen gesessen. Letztendlich haben wir uns dann für Freischwinger Stühle von Arper entschieden, die ganz neu auf dem Markt waren. Die Kombination "rote Stühle und dunkler Holztisch" ist eindeutung mein Favorit, mein Mann hätte wahrscheinlich weiße Stühle gewählt.
Das Schlafzimmer war eine kleine Herausforderung: viel Kleidung und wenig Platz, dazu ein Installationsschacht, der von der Wand absteht und eine Übereck-Planung. Wir haben uns schnell für das IKEA Pax Schranksystem mit dem funktionalen Innenleben entschieden. In einer durch den Installationsschacht entstandenen Schranklücke haben wir Regale in der Korpusfarbe einbauen lassen. Als Bett haben wir ein einfaches IKEA Bett gewählt, bei dem ich das Kopfteil mit einem romantischen Stoff bezogen habe. Eine Shabby-Chic-Kommode von Impressionen und ein Kerzenleuchter vom Flohmarkt geben dem Schlafzimmer zusätzlich eine romantische Stimmung.
Mit dem Bad hat der Vermieter unseren Geschmack voll getroffen. Die Farben der Mosaik-Kacheln haben uns inspiriert, das Bad mit Holz Kleinmöbeln zu ergänzen. Hier haben wir klassische IKEA Möbel aus der Badausstellung, aber auch Regale und Handtuchhalter aus der Küchenabteilung gekauft. Zwei IKEA-Holzbänke haben wir zu einer maßgeschneiderten Bank gesägt, damit der gesamte Platz unter den Waschbecken genutzt werden kann. Als Deko dienen große blaue Vasen mit grünen Ästen, die ich auf dem Wochenmarkt erstanden habe und perfekt zu der Farbe der Kacheln passen. Insgesamt war das Badezimmer recht schnell und preiswert eingerichtet.
Bei der Beleuchtung des offenen Raumes und der übrigen Zimmer haben wir uns besoders viel Mühe gegeben. Wieder hat mein Mann sich hunderte Leuchten angesehen, mit mir abgestimmt und nach und nach gekauft. Es waren nicht nur neue Lampen: die runde an der Backsteinwand ist ein Erbstück vom Opa, die ich aus den Tiefen des Kellers ausgegraben habe, und unsere Leuchte über dem Küchenblock haben wir bei ebay ersteigert.
Insgesamt war es sehr anstrengend in einem kurzen Zeitraum alle Zimmer gleichzeitig einzurichten. Es war ein gewisser Druck vorhanden, der keinen kreativen oder zufälligen Spielraum zugelassen hat.
Was bedeuten dir Farben und Muster?
Ich mag sehr gerne Rot, mein Mann sehr gerne Weiß. Beides findet man in unserer Wohnung. Rot bedeutet für mich Leben, Liebe, Energie, aber auch romantische Gemütlichkeit. Ich setzte gerne farbige Deko ein, die recht schnell und preiswert austauschbar ist, wie Kissen, Bilder, Tischläufer, bunte Windlichter, Vasen undsoweiter. Wenn eine Farbe nicht mehr gefällt, wird einfach die Deko verändert und schon wirkt ein Raum völlig anders.
Bei Mustern bin ich eher zurückhaltend. Also keine großen Muster, sondern eher schlichte.
Sehr wichtig ist mir die Auswahl der Materialien. Ich mag Naturmaterialien sehr gerne, wie Schafwolle - zum Beispiel bei unserem Teppichläufer und den Stühlen - und Baumwolle - wie im Sofa, den Decken oder beim Bettüberwurf.
Wo findest du Inspiration?
Vor SoLebIch.de habe ich gelegentlich die üblichen Wohnzeitschriften - Schöner Wohnen, Living at home und Ähnliche - gekauft, aber auch Frauenzeitschriften mit Wohnrubriken. Seit dem Internetzeitalter kann man herrlich Möbelbilder googlen. Auch in Cafés und Restaurants gucke ich gerne gute Ideen ab!
